HUNDEKONTAKT AN DER LEINE – Warum nicht „nur mal kurz HALLO sagen“?

Sozialkontakt an der Leine

Für manche Hundebesitzer völlig harmlos und normal, für andere ein absolutes Tabu.

Aber was stimmt denn nun? Und vor allem WARUM?

 

Tatsächlich scheint sich in Sachen „Sozialkontakt an der Leine“ inzwischen einiges in den Köpfen verändert zu haben.

Früher habe ich bei Spaziergängen überwiegend Hundebesitzer getroffen, die scheinbar noch nie etwas davon gehört hatten, dass der Leinenkontakt nicht gut sein soll.

Wenn ich heute auf Hundebesitzer treffe, die ihren Hund an der Leine zu meinem lassen möchten, antworten sie auf mein freundliches „Ach bitte nicht an der Leine…“ meist mit einem „Ja, das weiß ich, das soll man eigentlich nicht.“

 

EIGENTLICH.

Ha! Da haben wir ja den Übeltäter…

 

Wer nicht weiß, WARUM er etwas tun oder lassen sollte, der wird es auch nicht konsequent befolgen. Zur konsequenten Umsetzung ist zudem nötig, dass man mit den Gründen einverstanden ist und diese einem selbst wichtig genug sind.

 

Und genau aus diesem Grund fasse ich hier für dich in Kürze die wichtigsten PRO und CONTRAS des Sozialkontakts an der Leine zusammen:

 

1. Dein Hund zieht an der Leine

Hand aufs Herz: Welcher Sozialkontakt an der Leine findet denn an lockerer entspannter Leine statt? Richtig! So gut wie keiner… Du bringst deinem Hund in dieser Situation also bei, dass es nicht nur völlig ok ist an der Leine zu ziehen, sondern dass es sich sogar so richtig lohnt.

Und woher soll dein Hund jetzt wissen, dass zu dem einen Hund hinziehen völlig in Ordnung ist, er das aber beim nächsten Hund oder in der nächsten Situation plötzlich nicht darf?

 

2. Verletzungsgefahr

Allein schon das Ziehen an der Leine oder auch Hineinspringen in die Leine ist für den Hundekörper (und je nach Größe des Hundes auch für den Menschen) nicht das Gesündeste. Tatsächlich entsteht in der Kommunikation mit einem anderen Hund jedoch zudem schnell mal ein richtiges Leinenchaos und dann schwups – ist die Leine um ein Beinchen geschlungen oder schneidet irgendwo ein und verursacht Schmerzen oder gar eine Verletzung.

Das ist eine Ursache, warum es dabei leider ganz schnell zu einer Fehlverknüpfung kommen kann. Denn dein Hund kann meist nicht zuordnen „Ach, das war nur die blöde Leine…“, sondern behält stattdessen in Erinnerung, dass der Kontakt mit dem anderen Hund schmerzhaft war. Und er wird vielleicht sogar in der Situation entsprechend darauf reagieren (z.B. mit Verwarnen, Abschnappen, etc.) – was wiederum für den anderen Hund überhaupt nicht nachvollziehbar ist.

Zudem beeinflusst die Leine die Kommunikation der Hunde weitaus mehr, als man vielleicht auf den ersten Blick denkt…

 

3. Hundekommunikation

Wenn du deinen Hund mit anderen Hunden ohne Leine kommunizieren siehst, wird schon klar, warum das an der Leine nicht gut möglich ist.

Im Rahmen der Leine zu kommunizieren schränkt deinen Hund massiv ein. Die Möglichkeit zum Rückzug wird ihm durch die Leine genommen, dein Hund ist also gezwungen sich mit dem anderen Hund auseinander zu setzen – und das auch noch unter erschwerten Bedingungen.

Wenn die Handlungsmöglichkeiten mit deeskalierendem Verhalten also eingeschränkt sind, zeigt dein Hund im Zweifelsfall natürlich auch schneller aggressives Verhalten als Lösung. Hier liegt eine Ursache der Leinenaggression und häufig höre ich Aussagen wie:

„…und sie hatten sich noch so nett beschnüffelt und mit dem Schwanz gewedelt und auf einmal, ganz plötzlich, gab es riesen Theater!“

An dieser Stelle muss ich auch kurz erwähnen, was viele inzwischen wissen, aber in so einigen Köpfen (weil wir es bereits im Kleinkindalter leider so lernen) noch falsch abgespeichert ist:

Schwanzwedeln ist kein Zeichen von Freude!

Schwanzwedeln zeigt lediglich, dass dein Hund in Erregung bzw. Aufregung ist. Das kann aus Freude sein, das kann aber ebenso z.B. aus Unsicherheit und in Verbindung mit negativen Emotionen sein…

 

4. Wer führt hier wen?

Du möchtest, dass dein Hund sich von dir auch in schwierigen Situationen führen lässt? Dass er dir vertraut? Dass er an deiner Seite entspannt ist, auch wenn euch ein anderer Hund begegnet?

Dann solltest du deinen Hund nicht nur an der Leine FÜHREN, sondern auch VERANTWORTUNG für ihn übernehmen – und diese nicht automatisch abgeben nur weil ein anderer Hund auftaucht. Wie soll er sich denn dann auf dich verlassen?

VERTRAUEN & SICHERHEITSBEREICH LEINE:

Um auch in Begegnungssituation entspannt zu bleiben, sollte dein Hund wissen, dass er an deiner Seite und an deiner Leine „sicher“ ist und nicht selbst handeln muss. In dieser Sicherheitszone muss er sich also nicht mit anderen Hunden auseinandersetzen, sich beschnüffeln oder bedrängen lassen – da kann er dir vertrauen, dass du dich um seine Sicherheit kümmerst. Denn nur dann kann er sich selbst zurücknehmen und entspannen.

Wenn du den Kontakt an der Leine jedoch generell einfach zulässt, woher soll dein Hund dann wissen, dass er mit dem einen Hund an der Leine Kontakt aufnehmen soll (also trotz Leine selbst verantwortlich ist), er aber den nächsten, der euch entgegen kommt, bitte links liegen lassen soll?

Richtig! Dein Hund kann das nicht unterscheiden!

 

5. Die Erwartungshaltung

Er erwartet also mit JEDEM euch entgegen kommenden Hund erstmal, dass es „sein Job“ ist.

Was zwangsweise natürlich bedeutet: Sobald ein anderer Hund auftaucht, wird alles andere unwichtig, seine Aufregung steigt und du wirst zur Nebensache – die volle Aufmerksamkeit gilt nur noch dem anderen Hund!

Und dann solltest du dich auch nicht darüber wundern wenn dein Hund die Situationen so regelt, wie er sie für richtig hält… – er sieht es schließlich als seine Aufgabe.

Er ist gezwungen, bereits von weitem mit dem Kommunizieren anzufangen, um die Situation bestmöglich für ihn zu klären. Und viele Hunde merken recht schnell: „Angriff ist die beste Verteidigung!“ – Hier haben wir sie:

 

6. Die Leinenaggression

Und sie hilft, schließlich hält das Theater an der Leine den anderen Hund auf Abstand.

Würden alle Hunde lernen, dass sie an der Leine nicht mit anderen Hunden kommunizieren sollen und müssen, wären Leinenaggressionen eine absolute Seltenheit und nicht eins der häufigsten Probleme aller Hundehalter.

Übrigens ist es mit anderen Verhaltensweisen wie Hinlegen und Hinziehen zum anderen Hund in vielen Fällen ganz ähnlich. Was nach dem großen Wunsch nach Kontakt aussieht, hat oft ganz andere Hintergründe. Es wurde nur erlernt, dass dieses Verhalten in der Situation das Bestmögliche ist…

 

7. Sozialkontakt ist wichtig

Richtig, GUTER Sozialkontakt ist wichtig. Aber Experten sind sich inzwischen auch einig: Lieber kein Sozialkontakt als schlechter Sozialkontakt. Aus all den aufgeführten Gründen können wir beim Leinenkontakt nicht gerade von gutem Sozialkontakt ausgehen, oder?

Zudem gibt es viele Situationen, in denen Sozialkontakt nicht möglich oder nicht erwünscht ist. Vielleicht hat der andere Hund Angst oder möchte schlichtweg keinen Kontakt, ist krank oder verletzt oder läufig, vielleicht hat der Besitzer gerade keine Zeit oder oder oder…

Dann ist es deutlich schöner für alle Beteiligten, wenn dein Hund gelernt hat, sich auch in Anwesenheit eines anderen Hundes entspannt an dich zu halten.

Es ist übrigens ein Irrglaube, dass dein Hund ständig Sozialkontakt haben sollte, möglichst mit jedem Hund, der euch so begegnet (und damit „rudelfremd“ ist). Und sei dir sicher: Der wichtigste Sozialkontakt für deinen Hund bist erstmal du!

Aber natürlich hat der innerartliche Sozialkontakt auch, je nach Charakter des Hundes, einen entsprechenden Stellenwert und kann das Leben deines Hundes bereichern. Ausschlaggebend ist hier, wie du die Begegnungen mit anderen Hunden gestaltest.

 

8. Fazit

Zusammenfassend spricht also alles gegen den Leinenkontakt. Es gibt viele gute Gründe dagegen, jedoch keinen einzigen Grund dafür!

Und du weißt nun auch, dass es nicht nur um das „Spielen“ an der Leine geht, sondern dass „Kontakt“ spätestens bei Unterschreitung der Individualdistanz deines Hundes oder des anderen Hundes beginnt.

Und ja, natürlich gibt es Ausnahmen: Zum Beispiel der Einsatz einer Leine bei gezielten Hundebegegnungen im Hundetraining. Hier sprechen wir jedoch von einer Absicherung an lockerer Leine durch einen Experten im Kontakt mit einem anderen Hund (nach vorheriger Freigabe). Das hat nichts mit den Situationen zu tun, die du im Alltag mit deinem Hund erlebst.

Und ich möchte es nochmal betonen: Natürlich darf dein Hund alle Sozialkontakte haben, die ihr euch wünscht – eben nur nicht an der Leine!

 

9. Also einfach Leinen los?

Natürlich ist Ableinen allein schon aus Sicherheitsgründen nicht immer und überall möglich.

Zudem sollte immer erst mit dem anderen Hundehalter abgesprochen werden, ob und wie Kontakt erwünscht ist oder auch nicht.

Die Hunde dann bereits auf große Distanz abzuleinen und für den Kontakt freizugeben, ist übrigens gar nicht so empfehlenswert. Denn ein frontales Zusammentreffen der Hunde findet dabei unter viel größerer Erregung und mit mehr Energie statt als es vielen Hunden und Begegnungen gut tut.

Zudem bliebe damit immer noch die Erwartungshaltung „Ein anderer Hund taucht auf, vielleicht werde ich gleich abgeleint.“ und damit auch die erhöhte Aufregung.

 

10. Sozialkontakt ja gerne! Aber richtig…

Deswegen folgende Empfehlung:

Bevor du deinen Hund mit einem euch entgegen kommenden Hund kommunizieren lässt, lauft doch erst ein Stück gemeinsam – jeder Hund bei seinem Menschen.

Das bietet den Hunden die Möglichkeit, sich auf Distanz bereits ein wenig einzuschätzen. Du wirst sehen: Wenn du deinen Hund erst dann ableinst und freigibst, wenn sich die Aufregung bei beiden Hunden bereits gelegt hat, ist die Begegnung viel entspannter und schöner.

Übrigens: Der Platz an deiner Seite sollte natürlich auch ohne Leine Sicherheitszone bleiben.

 

Ich behaupte:
Würden sich mehr Hundehalter daran halten,
wäre das Leben vieler Hundehalter und Hunde
deutlich entspannter…

 

Jetzt bist du gefragt: Liken, teilen, kommentieren – ich bin schon gespannt auf deine Meinung!

 

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24 Comments

  • Tschul

    Reply Reply 11. September 2017

    Liebe Chrissy,
    wie verhält es sich bei Hunden, die noch nicht leinenlos laufen, weil sie vielleicht noch neu sind und dadurch ggf noch nicht ausreichend hören und beim Herrchen bleiben?

    • Chrissy

      Reply Reply 14. September 2017

      Liebe Tschul,
      sehr gute Frage, vielen Dank dafür! :)

      Vorab: Es ist wirklich ein Trugschluss, dass Hunde so viel Kontakt wie möglich mit „fremden“ Hunden haben sollten und auch möchten. Ich werde darauf übrigens mit Sicherheit nochmal genauer eingehen… ;) Also sei entspannt, wenn dein Hund nicht mit jedem euch begegnenden Hund Kontakt hat und nimm es als Übung, damit er lernt sich bei Hundebegegnungen generell entspannt an dich zu halten. Aber natürlich brauchst du für die Kontakte, die ihr beide wünscht, eine Lösung.

      Da gibt es mehrere Möglichkeiten…

      Erstmal gilt vor allem hier auch der Tipp: Keine frontalen Begegnungen mit viel Energie (was im schlechtesten Fall dazu führen kann, dass der „neue“ Hund bei Überforderung das Weite sucht, weil er noch nicht gelernt hat, dass er bei dir „sicher“ ist und zudem lassen sich solche Situationen natürlich besonders schlecht steuern), sondern erstmal Ruhe und Entspannung in die Situation bringen und erstmal ein Stückchen gemeinsam laufen. (So lernt der „Neue“ auch gleich, dass es erstmal nichts Aufregendes ist, wenn euch ein Hund entgegen kommt und kann dauerhaft in diesen Situationen entspannt bleiben). Wenn beide Hunde „runter gefahren“ sind und sich aus der Ferne schon mal beobachten konnten, passiert in den meisten Fällen auch im Kontakt nicht mehr soo viel…

      Dann erst würde ich empfehlen die Hunde „frei zu geben“, natürlich wieder nicht mit viel Energie à la „JETZT geht’s los, auf in den Kontakt!“ sondern eher beiläufig. Eine solche Begegnung kann man dann durchaus über eine lange LOCKERE Leine sichern, diese sollte den Kontakt aber eben nicht stören (was sich in den meisten Fällen leider nicht ganz sicher ausschließen lässt) und man muss eben das Verletzungsrisiko dabei im Auge behalten.
      Die Alternative dazu wäre die ersten Kontakte erstmal gezielt in eingezäunten Bereichen zu suchen, also z.B. in einem Garten oder Hof.
      Und natürlich: Je folgsamer der „andere“ Hund ist, desto besser! ;)

      Dein Ziel sollte in jedem Fall sein, deinem Hund schnellstmöglich beizubringen, dass du
      a) im Zweifelsfall für ihn da bist, er also immer besser zu DIR kommt statt die Entfernung zu suchen
      und dass du
      b) dich auch im Kontakt mit einem anderen Hund im Zweifelsfall einschaltest und dein Wort auch hier einen Wert hat.
      Das lässt sich übrigens am Besten ganz gezielt üben, gerade auf begrenztem Raum und mit einem geeigneten Mensch-Hund-Team als Übungspartner. ;)
      Und ja, für beides kann die Sicherung über eine Leine sinnvoll sein.

      Falls du dich jetzt fragst: „Aber du sagtest doch KEINEN Kontakt an der Leine?!“ Die Sicherung über eine lockere Leine, nach Erlaubnis/Freigabe und eben nicht aus der frontalen Begegnung heraus ist etwas völlig anderes wie die bekannten „Nur mal kurz „Hallo“-Sagen“-Situationen im Alltag…

      Liebe Grüße und euch viel Erfolg beim Umsetzen! :)

  • Stefan

    Reply Reply 17. August 2017

    Neuer Hund, erster Hund: Mit Deinen tollen Erklärungen zum Leinenkontakt hast Du uns vermutlich vor einigem Ärger bewährt. Herzlichen Dank dafür :-)

    • Chrissy

      Reply Reply 18. August 2017

      Hallo Stefan,
      super, das freut mich! :) Vielen Dank und ich hoffe, du findest viele Mitstreiter, die euch bei der Umsetzung unterstützen! ;)

  • Annette

    Reply Reply 15. August 2017

    ? toller Artikel wieder…?❤️
    genau so ist es: wer führt wen?/Erwartungshaltung/Leinenagression/Verletzungsgefahr..
    mit unserem „letzten“ Hund in Unerfahrenheit „der macht nichts….“ endeten die Hundebegegnungen oft sehr
    peinlich. Das soll mit unserer Lucie nicht wieder passieren und wir setzen (versuchen es jedenfalls) von Anfang an diese
    Tipps (auch unserer Trainerin gleicher Standpunkt) auch um…nicht ableinen (zum absoluten Unverständnis vieler Hundebegegner).
    Ich hoffe, dass das richtig ist…wenn wir Begegnungen erlauben, dann wirklich nur mit bekannten/befreundeten Hunden
    und dann auch nicht nur aus dem „Nichts“ heraus…so nach dem Motto für Lucie „ach, ich bin jetzt mal beschäftigt mit soundso“…

    Nur was ich nicht „hinbekomme“..wie schaffe ich es mit unserer Lucie ..angeleint… an so manchem Hund auch angeleint..dass sie ohne „stänkern“ vorbei läuft ? Das baut sie doch momentan doch öfters mal auf unsere 1-jährige…?..

    Sicher muss ich da etwas verändern….aber WAS?

    Danke wieder für einen tollen Tipp!

    • Chrissy

      Reply Reply 18. August 2017

      Vielen lieben Danke! :) Schön, dass ihr das bei Lucie so umsetzt. :)
      Zu Lucies „stänkern“: Hat sich so ein Verhalten erstmal eingeschlichen, muss das wieder gezielt umgelernt werden. Das ist mit dem richtigen Ansatz und etwas Übung gut möglich, jedoch leider nicht mit zwei Sätzen erklärt. Deswegen biete ich speziell zu diesem Thema auch Workshops an… vielleicht kann ich die Inhalte zeitnah auch online umsetzen – ich werde mir Gedanken dazu machen, versprochen! Und derweil schick ich dir ein paar erste Tipps per Mail. ;)

  • Heike Kunz

    Reply Reply 14. August 2017

    Ich finde deinen Blog einfach super, ich habe mir das mit der Leinenführigkeit ausgedruckt und werde es ganz vielen Leuten zeigen.
    Ich hoffe, dass sich mehr Leute mit diesem Thema befassen.
    Danke Heike

    • Chrissy

      Reply Reply 18. August 2017

      Vielen Dank Heike und super, dass du die Botschaft weiter trägst! :) Freut mich riesig!

  • Melli

    Reply Reply 27. Mai 2017

    Liebe Chrissy, vielleicht druckst du mal Visitenkärtchen mit dem direkten Link zu diesem Artikel? Ich schwöre, ich werde sie immer zum Gassi gehen mitnehmen!
    Ich zieh das „keinen Kontakt an der Leine“ auch eisern durch und bin damit auf unserer Strecke schon zum Sonderling abgestempelt. Neulich der O-Ton eines anderen Hundehalters als er seinen Hund zu sich rief: „Komm her, die spielt eh nicht mit dir, die ist was Besseres!“ Was sagt man dazu? Stimmt? Zurückgerufen werden die Hunde auch erst, wenn man sie schon wiederholt auf Distanz gehalten hat und dafür auch gelegentlich beschimpft wird. Aber hey, was tut mein kleiner Psycho nicht alles für mich, also Augen zu und durch. Nach 3,5 Jahren mit Hund habe ich im Wald endlich eine Gleichgesinnte gefunden, mit der wir nun gemeinsam entspannt spazieren können.

    • Chrissy

      Reply Reply 24. Juli 2017

      Liebe Melli,
      tatsächlich haben sich schon einige meiner Leser überlegt, ob sie nicht einfach den Artikel komplett ausdrucken, zum Gassi mitnehmen und bei Bedarf verteilen… ;) Allerdings wird das auch nur dort was verändern, wo Offenheit zum Umdenken besteht. Aber ich bin zuversichtlich, dass ein Umdenken langsam aber sicher statt findet und es bald keine Seltenheit mehr ist, hier auf Gleichgesinnte zu treffen. :) So schön, dass du diesen Weg für deinen Hund wählst, auch wenn er manchmal zwischenmenschlich etwas unangenehmer ist… :)

  • Sabrina

    Reply Reply 19. Mai 2017

    Super Beitrag, nur ist es tatsächlich sehr schwer dieses in die Tat umzusetzen. War mit meiner Hündin das erste Jahr sehr konsequent, bzw habe es immer versucht.. bis es mir zu anstrengend war. Entweder kam der andere Hund komplett ohne Besitzer u nicht angeleint zu uns her gerannt u ich konnte meine nicht ableinen (zu gefährlich Autos usw) oder die anderen Besitzer kamen mir entgegen „nur Mal schnell hallo sagen“ und wenn ich vielleicht nein bitte nicht antwortete war gleich eine riesen Diskussion oder zeitweise auch gemeine ausagen wie…ist das ein Kettenhund? Darf der nie frei laufen? …

    Liebe Grüße würde mich sehr über Hilfe oder antworten freuen.

    Vielen Dank…

    • Chrissy

      Reply Reply 21. Mai 2017

      Hallo Sabrina,
      vielen Dank. :) Ja, darauf zu achten und Verantwortung zu übernehmen ist deutlich anstrengender als diese Verantwortung einfach an die Hunde abzugeben – gerade weil sich eben nicht alle daran halten. Ich habe für mich und vor allem für meinen Hund beschlossen, diesen anstrengenderen Weg zu gehen. Das bedeutet frei laufende Hunde werden von mir auf Abstand gehalten (zum souveränen Blocken fremder Hunde bieten inzwischen viele Hundeschulen Kurse an), ich erkläre bei Interesse jederzeit die Gründe für mein Verhalten und wo das leider keinen Zweck hat, heißt es eben „Leben und Leben lassen“. Ich möchte einen entspannten Hund an meiner Seite, für den entgegen kommende Hunde keine Aufregung bedeuten – dann ist es eben auch meine Pflicht, die Voraussetzungen dafür zu schaffen. ;) Bei weiteren Fragen darfst du mir auch gerne eine E-Mail schreiben. :)

  • Marina

    Reply Reply 17. Mai 2017

    Besser hätte ich es nicht sagen können. Super geschrieben. Dankeschön

  • Lucy

    Reply Reply 17. Mai 2017

    Hallo, ein schöner Beitrag. Ich sehe nur die Entwicklung anders..
    Also ich habe die Erfahrung gemacht und als Kind gelernt „Ist der entgegenkommende Hund an der Leine, leinst du deinen auch an. Ist er frei, darfst du auch frei lassen.“
    Wir hatten eine brave Hündin, die jedem Konflikt aus dem Wege ging und es war immer vollkommen selbstverständlich, dass man – egal wie brav der Hund ist – sofort den Hund ins Fuß ruft oder anleint, sobald der Gegenüber dies tut.

    Mittlerweile sind die Leute mir unglaublich dankbar, wenn ich meinen Hund anleine oder einen Bogen gehe, weil ich sehe die quetschen sich ins Gebüsch..und ich kann mich nicht erinnern, wann das letzte Mal jemand für mich seinen Hund an die Leine geholt hätte.

    Dass die Hunde gestresst sind und die Leinenkontakte in 99,9% der Fälle für mindestens einen Beteiligten einfach nur unangenehm sind, sieht aber keiner.

    • Chrissy

      Reply Reply 21. Mai 2017

      Hallo Lucy,
      Ja, leider nehmen einige Hundebesitzer hier wirklich keinerlei Rücksicht. In vielen Fällen steckt tatsächlich einfach nur Unwissenheit dahinter, in einigen fehlt aber leider jegliches Interesse sich mal mit den Gründen des Gegenübers zu befassen. Ich hoffe, mit dem Artikel einen kleinen Beitrag zu leisten, damit das Verständnis für „keinen Kontakt an der Leine“ ein wenig wächst. :) Im Zweifelsfall einfach den Blogartikel freundlich empfehlen. ;)

  • Erika

    Reply Reply 16. Mai 2017

    Dankeschön für den tollen Artikel?, ich gebe ihn auf jeden Fall weiter und hoffe, dass sich mehr Hundehalter damit auseinandersetzen.

    • Chrissy

      Reply Reply 17. Mai 2017

      Vielen Dank Erika, das freut mich. :)

  • Alex

    Reply Reply 16. Mai 2017

    Ahoi Chrissy,

    toller Artikel!

    Ich finde immer die Hundehalter am besten die einen dann anschauen als wäre man ein absoluter Unmensch, nur weil man keine Kontakte an der leine möchte…

    VG
    Alex

    • Chrissy

      Reply Reply 17. Mai 2017

      Hey Alex, vielen Dank! :) Ja, meist liegt das aber ja nur daran, dass die Infos zu dem Thema fehlen (daher auch dieser Artikel) und es völlig falsche Vorstellungen zum Thema Sozialkontakt gibt…

  • Susanne

    Reply Reply 16. Mai 2017

    Super geschrieben! Meine Rede seit 8 Jahren.leider stoße ich in 99 von 100 Fällen auf Unverständnis. Ich muss zur vermeidung alle möglichen krankheiten vortäuschen. Für meinen hund ist die Leine sicherheit und andere hunde sind uninteressant. Entspannung pur.

    • Chrissy

      Reply Reply 17. Mai 2017

      Lieben Dank Susanne! :) Ja, ich kenne auch viele Hundebesitzer, die inzwischen statt lange zu diskutieren lieber Flöhe oder ansteckende Krankheiten als Begründung angeben. Dabei erreicht man bei Einhaltung genau das, was du beschreibst: Sicherheit für den Hund und dementsprechend Entspannung an der Leine.

  • Sibylle

    Reply Reply 13. Mai 2017

    Sehr gut zusammengefasst.

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